Rente mit 63

Wer abschlagsfrei in Rente gehen will, muss 45 Jahre eingezahlt haben und vor 1952 geboren sein - Expertentipp: Wartezeiten prüfen lassen

Wer nach 45 Arbeitsjahren mit 63 Jahren in Rente gehen will, kann dies abschlagsfrei tun. Doch hier gibt einiges zu beachten. Die „Altersrente für besonders langjährig Versicherte“ kann vor Vollendung der Regelaltersgrenze ohne Abschläge in Anspruch genommen werden, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Welche dies sind, wissen unabhängige Rentenberater und -beraterinnen.

Ein Beispiel: Frau Martin ist im Januar 1961 geboren, ihr Ehemann im März 1954. Beide sind mit 18 Jahren ins Berufsleben eingetreten. Seit März dieses Jahres ist Herr M. arbeitslos und bezieht Arbeitslosengeld. Die Regelaltersgrenze erreicht Frau M. mit 66 Jahren und 6 Monaten, ihr Ehemann mit 65 Jahren und 8 Monaten.

Beide würden gerne früher - mit 63 Jahren - abschlagsfrei in Rente gehen. Geht das?

Dazu ein unabhängiger Rentenexperte: „Unter gewissen Umständen können Versicherte abschlagsfrei mit 63 Jahren in Rente gehen, obwohl seit 2012 die Regelaltersgrenze von 65 auf 67 Jahre stufenweise angehoben wurde.“ Bis 2014 galt, dass Versicherte, die bereits 45 Beitragsjahre erreicht und das 65. Lebensjahr vollendet hatten, abschlagsfrei mit 65 Jahren in Rente gehen konnten. Seit 1. Juli 2014 gilt das RV-Leistungsverbesserungsgesetz. Dieses ergänzt diese Regelung um die Möglichkeit, die Altersrente für besonders langjährig Versicherte bereits vor Vollendung des 65. Lebensjahres abschlagsfrei in Anspruch zu nehmen.

„Aber Vorsicht! Ein solches Privileg haben nur bestimmte Geburtsjahrgänge“, betont der Rentenberater. Eine abschlagsfreie Rente mit 63 gebe es nur für Versicherte, die vor 1952 geboren wurden. Danach erfolge eine Anhebung des Renteneintrittsalters - wie bei der Rente mit 67 - in Zweimonats-Schritten pro Jahrgang. Für die Jahrgänge 1964 und jünger gelte die Neuregelung nicht mehr und es bliebe bei der alten Gesetzeslage: frühestmöglicher Renteneintritt ohne Abschläge nach 45 Beitragsjahren mit 65 Jahren.

Für das Ehepaar M. bedeutet das, dass sie zwei Jahre früher in Altersrente gehen könnten: Frau M. mit 64 Jahren und 6 Monaten, ihr Mann mit 63 Jahren und 4 Monaten.

Jedoch ist nicht alleine das Alter für eine Altersrente für besonders langjährig Versicherte maßgebend. Zusätzlich muss der Versicherte 45 Beitragsjahre geleistet haben. Welche Zeiten zu einer 45-jährigen Wartezeit zählen, können Rentenberater klären.

Grundsätzlich gilt, dass Versicherte, die durchgängig versicherungspflichtig beschäftigt waren, kein Problem haben, die 45 Jahre zu erreichen. Angerechnet werden Pflichtbeitragszeiten aus Kindererziehung, nichterwerbsmäßiger Pflege, Krankengeldbezug und Wehr- und Zivildienst. Nicht berücksichtigt werden u.a. Pflichtbeitragszeiten aufgrund des Bezugs von Arbeitslosengeld, wenn sie in den letzten zwei Jahren vor Rentenbeginn liegen. Diese Einschränkung solle dem Anreiz zum vorzeitigen Aussteigen aus dem Erwerbsleben entgegenwirken. „Eine Ausnahme wird gemacht, wenn der Versicherte durch Insolvenz oder vollständige Geschäftsaufgabe des Arbeitgebers arbeitslos geworden ist.“

Zurück zu dem Beispiel: Als Herr M. seinen Arbeitsplatz verliert, ist er 61 Jahre alt und hat 43 Jahre gearbeitet. Durch den Bezug von Arbeitslosengeld kann er die 45 Jahre nicht mehr erreichen, da diese bereits zwei Jahre vor einem frühestmöglichen Renteneintritt mit 63 Jahren und 4 Monaten liegen. Herr M. fragt, ob er durch die Einzahlung von freiwilligen Beiträgen in den letzten zwei Jahren seiner Arbeitslosigkeit die 45 Jahre Wartezeit noch erreichen kann? „Grundsätzlich werden freiwillige Beiträge auf diese Wartezeit angerechnet“, erklärt die Rentenexperte. „Sie finden jedoch keine Berücksichtigung, wenn in den letzten zwei Jahren vor Rentenbeginn Anrechnungszeiten der Arbeitslosigkeit vorliegen.“

Damit würde für Herrn M. die abschlagsfreie Rente mit 63 entfallen. Frau M. kann dagegen ihre 45 Jahre Wartezeit erreichen, wenn sie weitere neun Jahre beschäftigt bleibt. „Hier ist aber besondere Sorgfalt geboten und eine Rentenberatung sinnvoll.“

Beratung, Information und Berechnungen der Wartezeiten bieten unabhängige Rentenberatungen an, die gerichtlich zugelassen sind und das Sozialversicherungssystem bestens kennen. 

 
 
 

Fragen Sie unsere Experten.


Ihr Kontakt zu uns


 Herr    Frau Bitte wählen Sie eine Anrede aus!
Bitte geben Sie Ihren Namen ein!
Eine gültige Email-Adresse ist erforderlich!
Bitte geben Sie eine Nachricht ein!
 

 

Aktuelles zum Thema Personalmanagement

Bestellen Sie unseren kostenlosen Newsletter.

Eine gültige Email-Adresse ist erforderlich!
 
 
© B & H Future Renten- und Vorsorgeberatung GmbH

Lessingstrasse 10
61231 Bad Nauheim
 
T: +49 (0)6032 92670 50
F: +49 (0)6032 92670 30
 

Besuchen Sie auch
B & H Consult, www.bertschat-hundertmark.de »
A & H Finance, www.ah-finance.de »
 
 
Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Mehr Infos
OK