Rentenversicherungspflicht für Selbständige

Viele Selbstständige denken, da sie nicht gesetzlich pflichtversichert in der Rentenversicherung sind, sie könnten selbst entscheiden, sich freiwillig versichern zu lassen. So einfach ist es nicht!

Grundsätzlich sind Selbstständige nicht in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert. Allerdings gibt es Ausnahmen: Für bestimmte Berufe wie Lehrer, Erzieher, Hebammen, Pflegepersonen, die beispielsweise in der Krankenpflege tätig sind und im Zusammenhang mit ihrer selbstständigen Tätigkeit regelmäßig keinen versicherungspflichtigen Arbeitnehmer beschäftigen, besteht grundsätzlich eine Versicherungspflicht.

Andere Selbstständige, für die keine Versicherungspflicht per Gesetz gilt, können entweder eine Antragspflichtversicherung oder eine freiwillige Versicherung wählen oder müssen künftig keine Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen.

Verdeutlicht wird das am Beispiel von Frau Lenz: Sie unterhält seit Mai 2012 eine eigene Praxis als Logopädin und hat keine festangestellten Beschäftigte. Frau Lenz hat sich nach  Aufnahme ihrer selbstständigen Tätigkeit nicht bei der Rentenversicherung gemeldet. Im  April 2015 wurde sie aufgefordert, die rentenversicherungspflichtigen Beiträge ab Mai 2012 rückwirkend zu zahlen.

Die Rentenexpertin klärt auf:

Die Logopädin, die in der Rentenversicherung gesetzlich pflichtversichert ist, hätte ihre selbstständige Tätigkeit innerhalb von drei Monaten nach Aufnahme ihrer Selbstständigkeit beim zuständigen Rentenversicherungsträger anzeigen müssen, damit die Versicherungspflicht und die zu zahlenden Beiträge mittels Bescheid festgestellt werden können.

Die Deutsche Rentenversicherung ist bei einer verspäteten Meldung berechtigt, Beiträge für vier Jahre rückwirkend nachzufordern. Zahlt der Versicherte bis zum Ablauf des Fälligkeitstages seine Beiträge nicht, ist für jeden Monat ein Säumniszuschlag von einem Prozent zu zahlen.

Frau Lenz kann selbst bestimmen, wie hoch der Beitrag für die gesetzliche Rente ist.

Grundsätzlich wird für versicherungspflichtige Selbstständige ein einheitlicher Regelbeitrag erhoben. Dieser beträgt im Jahr 2015 monatlich 530,15 Euro in den alten und 451,61 Euro in den neuen Bundesländern. Der Selbstständige hat diesen Beitrag selbst zu zahlen. Für Berufsanfänger ist dieser Beitrag in den ersten drei Jahren der selbstständigen Tätigkeit auf die Hälfte reduziert. Sollten sie jedoch ein besonders hohes oder ein niedriges Einkommen erzielen, können sie auf Antrag auch Beiträge nach ihrem tatsächlichen Einkommen entrichten. Der Höchstbeitrag orientiert sich nach der Beitragsbemessungsgrenze und beträgt im aktuellen Kalenderjahr im Westen 1131.35 Euro, der Mindestbeitrag 84,15 Euro.

Wie dieser Fall zeigt, können durch eine rechtzeitige Beratung hohe Beitragsforderungen vermieden werden.

 
 
 

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