Was bringt die Flexi-Rente?

Altersteilrente und Teilzeitarbeit kann sich lohnen

Im Jahr 2017 soll das Gesetz zur Flexibilisierung des Übergangs vom Erwerbsleben in den Ruhestand und zur Stärkung von Prävention und Rehabilitation in Kraft treten (Flexirentengesetz). Arbeitnehmer haben damit die Möglichkeit, ihren Berufsausstieg flexibler zu gestalten. Für viele Arbeitnehmer könnte es sich künftig lohnen, im Beruf zu bleiben und Altersteilrente mit Teilzeitarbeit flexibel und individuell zu kombinieren.

Doch welche Gestaltungsmöglichkeiten bieten sich für den Einzelnen?

Seit 1992 können Arbeitnehmer früher aus dem Erwerbsleben ausscheiden und mit Abschlag in Rente gehen. Allerdings unterliegt die bisherige Regelung starren Hinzuverdienstgrenzen, die einen früheren Ausstieg aus dem Erwerbsleben erschweren.

Flexible Hinzuverdienstgrenzen bei Teilrente

Nach heutiger Rechtslage reduziert sich die Altersrente bei einem monatlichen Hinzuverdienst von mehr als 450 € auf zwei Drittel, die Hälfte oder ein Drittel der Vollrente. Auf welche Stufe die Rente gekürzt wird, ist abhängig von der Höhe des Hinzuverdienstes. Übersteigt der Hinzuverdienst die individuell errechnete Grenze auch nur um einen Cent, wird die Rente entsprechend gekürzt oder auf Null reduziert

Künftig sollen diese starren Grenzen wegfallen und durch flexiblere und individuellere Hinzuverdienste ergänzt werden. Einkünfte über 6.300 € jährlich sollen zu 40 Prozent des Hinzuverdienstes auf die Altersrente angerechnet werden. Dies gilt jedoch nur, wenn nicht der sog. Hinzuverdienstdeckel überschritten wird. Dieser ist eine weitere Kappung der monatlichen Altersrente und wird mit den höchsten jährlichen Entgeltpunkten aus den letzten 15 Jahren vor Beginn der Rente ermittelt. Liegen gekürzte Rente und Hinzuverdienst über dem Hinzuverdienstdeckel, kommt es zu einer kompletten Anrechnung des darüber liegenden Hinzuverdienstes auf die verbleibende Teilrente.

Für Versicherte, die bereits eine Altersrente beziehen, gelten Übergangsregelungen. Je nachdem, was für den Versicherten günstiger ist, werden die Hinzuverdienstgrenzen nach der alten oder neuen Regelung herangezogen.

Ein Beispiel für eine Flexi-Rente

Ein Arbeitnehmer mit einer Schwerbehinderung möchte die Teilaltersrente bereits mit 61 Jahren in Anspruch nehmen und in Teilzeit arbeiten. Seine Rentenanwartschaft beträgt mit einem Rentenabschlag insgesamt 895,00 €. Der höchste jährliche Entgeltpunkt in den letzten 15 Jahren entspricht einem monatlichen Verdienst von 3.775 €. Der monatliche Bruttoverdienst beträgt 1.800 €.

Nach aktueller Rechtslage würde die Altersrente entfallen, da die Hinzuverdienstgrenze überschritten wird. Die neue Regelung erlaubt dagegen, bei einem monatlichen Hinzuverdienst von 1.800 € eine Teilaltersrente von 385 € pro Monat zu beziehen. Der jährliche Verdienst übersteigt den jährlichen Freibetrag von 6.300 € um 1.275 €. Aktuell werden hiervon 40 Prozent in Ansatz gebracht und von der monatlichen Altersrente abgezogen. Unter Berücksichtigung des Jahreshöchstgehalts ergibt sich keine weitere Kürzung der monatlichen Rente.

Zahlung von Beiträgen zum Ausgleich von Rentenabschlägen

Da aber der Arbeitnehmer mit 61 Jahren einen Rentenabschlag von 10,8 Prozent hinnehmen muss, könnte er zusätzliche Beiträge in die Rentenversicherung einzahlen, um diese auszugleichen. Dies wird nur in sehr begrenztem Umfang genutzt, weil derzeit ein relativ hoher Betrag einzuzahlen ist und die Einzahlungsmöglichkeit erst ab einem Lebensalter von 55 Jahren gilt. Künftig soll die Zahlung von Beiträgen bereits ab einem Alter von 50 Jahren möglich werden. Damit können Arbeitnehmer ihren Ausstieg aus dem Erwerbsleben früher und flexibler planen und die finanziellen Folgen des vorgezogenen Ruhestandes verringern.

Die neue Rechtslage erlaubt einen gewissen individuellen Spielraum den vorgezogenen Ruhestand zu gestalten. Doch wird sich die Flexi-Rente nicht für jeden lohnen. Hier gilt es aufzuzeigen, welche Möglichkeiten eine solche Rechtsänderung für den Einzelnen mit sich bringt. Die Gesetzeslage ist kompliziert und unüberschaubar.

Wir beraten Sie gerne und zeigen Ihren Mitarbeitern auf, welche individuellen Übergangsmöglichkeiten in den Ruhestand bestehen.

 
 
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